Waschtische versus Niederdruck Heißreinigungstechnik

Pinselwaschtische finden in der Industrie häufig Anwendung, wenn es um die Reinigung in der Reparatur/Instandhaltung oder die Reinigung kleiner Stückzahlen geht. Das Prinzip ist dabei meist ähnlich … es handelt sich um stationäre Geräte; das verwendete Medium ist kalt oder ca. 40°C warm und wird hochkonzentriert entweder als Lösemittel oder alkalischer Reiniger eingesetzt. Die eigentliche Reinigung erfolgt mittels einer Bürste/Pinsel. Betrachtet man also den Sinnerschen Kreis so ist die chemische Komponente bei dieser Art von Reinigung sehr ausgeprägt!

Niederdruck Heißreinigungsgeräte arbeiten im Gegensatz dazu wesentlich stärker mit der physikalischen Komponente Temperatur. Dabei ist das Handling ähnlich wie beim Hochdruckreiniger ….man arbeitet mit Pistole oder Lanze und sprüht die zu reinigenden Bauteile ab. Der Arbeitsdruck ist jedoch mit 3 – 8 bar deutlich geringer als beim Hochdruck, d.h. die Niederdruck Heißreinigungssysteme können schonend in der Werkstatt eingesetzt werden. Die Reinigungstemperatur von ca. 95°C wird mittels eines elektrischen Durchlauferhitzers innerhalb von 1 Minute generiert und steht somit praktisch sofort zur Verfügung. Im Standby Modus verbraucht die Technik keine Energie, d.h. lange Aufheizzeiten oder eine permanente elektrische Beheizung sind nicht erforderlich. Ein alkalischer oder saurer Reiniger kann bei Bedarf niedrig zudosiert werden, u.a. auch um einen Korrosionsschutz gewährleisten zu können. Die Größe der zu reinigenden Teile gehen vom „Fingerhut“ bis zu großen schweren „Brocken“. Entweder sind die Geräte mit einer aufgesetzten Teilereinigungsebene ausgestattet oder man kombiniert die Systeme mit einem stationären Waschstand. In allen Fällen wird das Medium im Kreislauf betrieben. Spezielle Sedimentationssysteme sorgen für eine entsprechende Wasseraufbereitung.

Ein Programm an speziellen Wechselwerkzeugen ermöglicht die Reinigung auch an schwer zugänglichen Stellen, wie Hinterschnitte, Sacklöcher, Durchgangsbohrungen, zwischen engen Platten wie z.B.: bei Filtern oder Wärmetauschern etc.
Die Geräte sind mobil und können neben der typischen Teilereinigung in der Reparatur/Instandhaltung u.a. auch für das Entfetten vor der weiteren Oberflächenbehandlung oder für Serienteile eingesetzt werden.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet ist die Reinigung von Maschinen und Anlagen.

Im Wesentlichen grenzen sich die Niederdruck Heißreinigungsgeräte zu den Waschtischen wie folgt ab:

  • Keine bzw. wenig aggressive Chemie im Einsatz und somit Entlastung von Mensch und Umwelt
  • Geringere Verbrauchskosten da vorwiegend mit Wasser gearbeitet wird
  • Mobile Technik, die direkt „vor Ort“ eingesetzt werden kann. Die integrierten Kreislaufsysteme machen den Anwender quasi autark; er benötigt lediglich einen Stromanschluss.
  • Das Programm an Wechselwerkzeugen erweitert die möglichen Reinigungsaufgaben um ein Vielfaches. Gegenüber der rein oberflächlichen Bürstenreinigung ist man darüber hinaus in den meisten Fällen auch schneller.
  • Deutlich größeres Anwendungsspektrum z.B.: auch zur Reinigung an Wärmetauschern, von Filtersystemen, Absaug- und Klimaanlagen, Maschinen (u.a. mit dem eigenen Kühlschmierstoff) und Förderanlagen, Decke, Wände, Böden etc.