Umwelt- und gesundheitsschonende Reinigung in der Reparatur und Instandhaltung

Immer häufiger stellt sich die Frage nach der Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit diverser Prozesse. Dies betrifft auch Reparatur und Instandhaltung, und damit die Reinigung von Maschinen und Teilen. In der Praxis kommt dabei eine Vielzahl von verschiedenen Methoden zum Einsatz. Weit verbreitet sind folgende Verfahren:

  • Kaltreiniger-Waschtisch mit Lösemitteln
  • Bakterien-Waschtische
  • Bremsenreiniger-Sprays
  • Waschmaschinen (Top-Loader)
  • Hochdruckreiniger
  • Niederdruck-Heißreinigungs-Systeme

Kaltreiniger-Waschtische verbrauchen wenig Energie, da keine Heizleistung benötigt wird. Allerdings sind die Lösungsmittel hoch toxisch und potentiell gesundheitsschädlich für den Anwender, und verursachen häufig allergische Reaktionen. Zudem belasten sie die Umwelt durch volatile organische Kohlenwasserstoffe (VOC). Ca. 20% dieser Kohlenwasserstoff-basierten Lösemittel verdunsten und gehen damit direkt in die Umwelt, wo sie insbesondere die Ozon-Schicht belasten. Die verbleibenden 80% müssen aufwändig entsorgt und raffiniert werden. Zudem können schwer zugängliche Stel­len wie z.B. Sack­löcher oder Gewin­de­gänge kaum erreicht werden. Daher wird hän­disch mit Druck­luft nach­be­handelt, wo­durch die Lösemittel oft­mals durch die ganze Werk­halle verteilt wer­den.

 

An Bakterien-Waschtischen wird wie beim Kaltreiniger-Waschtisch mit Hilfe von Pinseln und Bürsten gereinigt, als Medium wird ein konzentriertes alkalisches Reinigungsmittel genutzt. Auch diese Geräte sind idR nicht mobil und eine Reinigung an schwer zugänglichen Stellen ist nur eingeschränkt möglich.
Die Besonderheit ist, dass das Reinigungsmittel durch den Einsatz von Bakterien regeneriert wird; eingetragene Öle und Fette werden über einen biologisch-chemischen Prozess von den Bakterien wieder abgebaut. Die Bakterien müssen jedoch konstant bei 38°C gehalten werden; daher benötigen Bakterien-Waschtische deutlich mehr Energie als Kaltwasch-Tische. Dennoch sind sie insgesamt sicher eine der umweltfreundlicheren Lösungen am Markt.

 

Auch Bremsenreiniger-Sprays (A-I-Reiniger) bauen auf dem gleichen Wirkprinzip auf, und die Spray-Dosen können problemlos mobil eingesetzt werden. Allerdings sind A-I-Reiniger sicherlich die mit Abstand umweltschädlichste Reinigungsmethode. Verschmutzungen und Lösemittel werden durch die Werkhalle verteilt: Der Schmutz tropft einfach auf den Boden, das Lösemittel gelangt zu 100% in die Umwelt. Auch belasten Aerosole und die Dosen selber die Umwelt erheblich.
Zudem sind A-I-Reiniger brandgefährlich, weil der Flammpunkt mit 21°C bei Zimmertemperatur liegt. Und es handelt sich um eine sehr teure Lösung, da schnell ganze Paletten verbraucht werden. Allerdings ist dies oftmals die einzige Möglichkeit, um gewisse Reinigungsarbeiten vorzunehmen – abgesehen vom Niederdruck-Heißreinigungs-System.

 

Top-Loader bieten sich an, wenn große Mengen kleiner Teile gereinigt werden sollen, oder bei einfach strukturierten Oberflächen. Bei groben Verschmutzungen, komplizierten Strukturen oder bei Innen-Reinigungen an schwer zugänglichen Stellen kommen sie schnell an ihre Grenzen. Das Wirkprinzip beruht auf einer optimierten Mischung aus Wärme, alkalischem Reiniger und Druck durch die Bewegung des Wassers.
Top-Loader benötigen viel Wasser – im Schnitt zwischen 100 und 500 Liter pro Befüllung - und viel Energie, da das Wasser während der Arbeitszeit auf 60°C oder mehr aufgeheizt und gehalten werden muss. Die Zugabe an Reinigungsmittel hängt von der konkreten Anwendung ab, ist aber proportional zur Wassermenge und liegt damit relativ im oberen Bereich.

 

Hochdruckreiniger kommen zur Anwendung, wenn grobe Verschmutzungen wie Schlamm und Erde entfernt werden sollen, sind jedoch für kleine bzw. feine Teile und für die Anwendung in der Werkhalle nicht geeignet. Das Wirkprinzip beruht i.W. auf dem erzeugten Druck. Hochdruckreiniger werden fast immer im Verbrauch betrieben und verzeichnen daher einen sehr hohen Wasserdurchsatz von 10-20 Liter pro Minute. Folglich muss, wenn ein alkalisches Reinigungsmittel eingesetzt wird, entsprechend viel Reiniger zugesetzt und entsorgt werden. Energie wird i.d.R. nur benötigt, wenn das Gerät tatsächlich benutzt wird. Hochdruckreiniger mit geheiztem Wasser hingegen verzeichnen wegen des hohen Wasserdurchsatzes einen sehr hohen Energieverbrauch und müssen zudem mit Diesel betrieben werden, mit entsprechend hohem CO2-Verbrauch. Sie können somit kaum als umweltschonend gelten. Anzumerken ist, dass für Hochdruckreiniger gesonderte Ölabscheider vorgeschrieben sind, so dass mit sehr hohen Investitions- und Verbrauchs-Kosten zu rechnen ist.

 

Bei Niederdruck- Heißwasser-Reinigern wird mit 95°C heißem Wasser und geringem Druck gereinigt, i.d.R. 3 - 8 Bar, maximal 14 Bar. Die Geräte sind mobil einsetzbar und benötigen wie ein Hochdruckreiniger Strom nur dann, wenn das Gerät tatsächlich läuft. Mit 0,8 - 2,0 Liter pro Minute wird nur sehr wenig Wasser benötigt. Dies kann weiter reduziert werden, indem das Wasser im Kreislauf gefahren und so mehrfach wiederverwendet wird. Proportional dazu sinken der Verbrauch chemischer Reinigungsmittel – sofern diese überhaupt benötigt werden - und des Abwassers.

Damit gehören diese Systeme zu den energieeffizientesten Methoden insgesamt, und sie kommen oftmals ganz ohne chemische Reinigungsmittel aus. Es wird nur ein Bruchteil des Wassers und Abwassers benötigt, das andere Systeme und insbesondere die Hochdruckreiniger benötigen.

In sehr vielen Fällen zeigt sich zudem, dass mit dieser Methode wesentlich schneller und effizienter gereinigt werden kann als mit anderen Methoden, insbesondere mit Waschtischen.

 

Zusammenfassend betrachtet ist das Niederdruck-Heißwasser-System in aller Regel erheblich umwelt- und gesundsheitsschonender als vergleichbare Verfahren:

 

Auf die wirtschaftlichen Vorteile wie kürzere Reinigungszeiten, niedrige Verbrauchs- und Investitionskosten und sei hier nur am Rande verwiesen.